

Ich schlaf im fremden Hemd,
es riecht nach Rauch und feuchtem
Gras An einem Knopf halt ich
den Tag,
den es schon längst nicht gibt
Du schreibst mir „Alles gut“,
und dieser Punkt auf stummem Glas
Wächst wie ein Nagel tief im
Holz, das keinen Halt vergibt
Ich lern nicht mehr zu fragen,
warum die stumme Hand erfror Warum
ich plötzlich lächeln muss,
wo Lächeln gar nicht passt Ein
jeder schließt für sich allein ein
kleines, stilles Tor Und meines heißt
„Die eigene Angst beim Namen nie
gefasst“
Ruf mich noch nicht zurück,
ich bin noch hier
Ruf mich noch nicht zurück,
ich bin noch hier
Nach allem Donner kühlt der Tee
im Becher doppelt schnell Und einer
reißt 'nen blöden Witz,
der durch das Dunkel bricht Wir
wahren diesen Scherz wie Streichhölzer,
trocken und hell Denn diese Nacht
meint es verdammt ernst,
doch wir verlöschen nicht
Ich sah,
wie selbst die gütigsten der Hände
müde schrumpfen Wie tief im Herzen
eine Tür zufällt und sperrt den
Raum Ich wollte sagen „Ich hab
Angst“, doch diese Worte dumpfen Und
bleiben stecken irgendwo zwischen Gestirn und
Zaun
Ruf mich noch nicht zurück,
ich bin noch hier
Ruf mich noch nicht zurück,
ich bin noch hier
Und schlaf ich ein,
so weck mich nicht zu jäh
aus dieser Ruh
Lass selbst den Traum mich ohne
meinen Namen weiterweh’n
Ich kehre heim,
wenn ich als Mensch dir nah
sein darf wie du
Und nicht als bloßer Leib,
der nur den Tag noch kann
versteh’n
Ruf mich noch nicht zurück,
ich bin noch hier
Ruf mich noch nicht zurück,
ich bin noch hier
Und wenn ich schweige,
heißt das nicht,
dass alles öd und leer
Es ist der Winter in der
Brust, der taut so leis und
schwer
Ruf mich noch nicht zurück
Ich bitte dich,
noch nicht
Ich bin noch hier