

Es gibt Orte,
die findet kein Mensch.
Orte, die keine Karte kennt.
Kein Weg führt zu ihnen.
Und doch…
führen alle Wege irgendwann dorthin.
Hinter dem letzten Wald,
dort, wo der Morgen niemals ganz erwacht,
beginnt eine alte Grenze.
Dort wache ich.
Seit langer Zeit.
Länger,
als sich irgendjemand erinnern kann.
Ich bin die Hüterin.
Nicht die Herrscherin.
Nicht die Königin.
Nur diejenige,
die geblieben ist.
Ich wache über das Schweigen,
ich wache über die Zeit,
ich kenne die alten Wege,
die
niemand mehr kennt heut.
Ich höre, was der Wind mir sagt,
ich sehe, was keiner sieht,
und tief unter der Erde
schläft noch immer
das Lied.
Doch jede Nacht
wird das Schweigen schwächer.
Jede Nacht
kommt ein Geräusch näher.
Zuerst dachte ich,
es sei der Sturm.
Dann
hörte ich Schritte.
Keine menschlichen Schritte.
Etwas war erwacht.
Unter Stein und unter Wurzeln,
unter Feuer,
unter Zeit,
liegt verborgen,
was vergessen,
doch noch lange nicht entzweit.
Ich durfte niemals gehen.
Ich durfte niemals suchen.
Denn die Hüterin, die ihren
Platz verlässt…
Und hinter dieser Tür wartet etwas,
das älter ist als ich.
Heute Nacht habe ich sie gehört.
Metall.
Nicht der Wind.
Nicht der Wald.
Nicht der Sturm.
Ein Feuer brennt. Und jemand arbeitet noch immer.